Dinge, die man als Geschäftsmann nicht tun sollte
Hallo an alle, an diesem heißen Freitag
Heute habe ich zwei kleine Begebenheiten für euch, die sich im Laufe des heutigen Arbeitstages ereigneten – beide heute, und beide trafen mich, mich armes Würstchen
Nummer eins war ein Kunde, der einen Vertrag mit Bindefrist unterschrieben hatte und diesen kurz nach Freischaltung wieder stornierte. Nicht gut, denn in diesem Fall sind wir dazu berechtigt, die bis Ende der Mindestvertragsdauer anfallenden Grundentgelte in einer Sammelrechnung an den Kunden zu senden, die dieser auch begleichen sollte. Das sah der fragliche Kunde jedoch gar nicht ein und wendete sich an seinen Anwalt, welcher bei uns anrief und an mich geriet. Nach einigem Hin und Her erwähnte der Anwalt schließlich, eher so nebenbei, dass sein Kunde sich der Bindefrist gar nicht bewusst war, weil er den Vertrag unterschrieben hatte, als dieser noch nicht ausgefüllt war.
Äh. Da war ich kurz mal baff. Um sicherzustellen, dass ich mich nicht verhört hatte, fragte ich nochmal nach:
“Ihre Mandantschaft hat den Vertrag also blanko unterschrieben?”
Und der Anwalt antwortete unbekümmert, kurz und knapp, als ob sowas das Normalste auf der Welt wäre:
“Ja.”
Da war ich für ein paar Momente sprachlos. Ich überlegte nämlich, wie ich am Besten höflich ausdrücke, dass das wohl ziemlich bescheuert ist – gerade für jemanden, der einen Betrieb leitet. Schließlich habe ich mich mit mir selbst auf “nicht sehr vorteilhaftes Verhalten” geeinigt und dem Anwalt das mitgeteilt. Er war trotzdem der Ansicht, dass der Vertrag somit nicht gilt. Tja. Mein Chef sah das anders (“Selbst Schuld”), und wir bestehen auf die Bezahlung der Rechnung. Mal schauen, was sich in diesem Fall noch ergibt.
Nummer zwei war eine Dame, der es offenbar Spaß machte, mir Dinge in den Mund zu legen, die ich nicht gesagt habe (und zu einem Kunden auch nie sagen würde). Konkret fragte sie mich, ob ich sie denn für so blöd halten würde, dass sie einen Vertrag unterschreibt, bei dem sie danach mehr zahlt als vorher. Tja, sie hat eben das getan, also wusste ich nicht so recht, was ich darauf antworten sollte. Ich wies sie schließlich höflich darauf hin, dass sie unterschrieben hat, woraufhin sie mich anschnauzte:
“Sie sagen also, ich bin blöd! Geben Sie mir Ihren Chef, SOFORT!!!einseinself”
Natürlich stellte ich sofort klar, dass ich nicht gesagt habe, sie wäre blöd. Warum sollte ich? Abgesehen davon, dass solches Verhalten für einen Kundensklavenservicemitarbeiter untragbar ist und ich meinen Job los wäre. Nöö, für sowas riskier ich den bestimmt nicht. Und natürlich nannte ich ihr auch den Namen meines Chefs – der als Antwort mit den Augen rollte, er hatte nämlich mitbekommen, dass ich zuvor bereits eine nicht sehr ergiebige Diskussion mit der Dame hatte, die unter anderem deswegen anstrengend war, weil sie mich nie ausreden ließ. Zwar forderte sie Erklärungen, aber wenn ich versuchte, ihr die zu geben, fiel sie mir sofort ins Wort. Und ich hasse nichts mehr, als wenn Leute das machen. Tja – auch sie wird die Rechnung wohl zahlen müssen. Immerhin hat sie unterschrieben. Inwiefern das blöd unklug war, möchte ich hier nicht beurteilen.