Beratungsresistenz und andere Leiden

Hallo an alle :)

Heute möchte ich euch von einer ganz besonderen hartnäckigen Kundin berichten. Mit dieser schlage ich mich (eine Runde Mitleid bitte :( ) seit Ende April herum; im Wochentakt schickt sie mir Schreiben, und ich beantworte diese natürlich. Das wäre an sich ja noch nicht schlimm – was jedoch schlimm ist, ist die Tatsache, dass die Dame sich erstaunlich gut darin zeigt, meine Darlegungen zu ignorieren.

Da wäre zum Beispiel die Tatsache, dass eine Rechnung aus dem Jahr 2007 nicht älter als drei Jahre ist (dies habe ich im Blog schonmal erwähnt), und somit nicht als verjährt gilt. Oder die Tatsache, dass wir sie nicht widerrechtlich freigeschaltet haben, sondern uns korrekt verhielten, weil sie ihr angeblich verschicktes Storno nicht nachweisen konnte – und auch trotz mehrmaliger Aufforderung, den angeblich bei ihr aufliegenden Einschreibbeleg an uns zu senden, durch uns und durch einen Konsumentenvertreter, diesen nicht herausrückte. Daraus schließe ich, dass sie doch keinen hat. Tja, dumm gelaufen.

Auch fängt sie immer wieder von einem angeblichen Schaden an, den wir ihr verursacht haben sollen – belegen kann sie ihn aber nicht. Oder damit, dass ihr Outlook nicht mehr geht, seit sie bei uns Kunde war. Dass wir an ihrem Outlook nichts umstellen, dass wir das nicht mal können, ignoriert sie ebenso gekonnt wie meine anderen Ausführungen. Der oben erwähnte Konsumentenvertreter hat ihre Beschwerde übrigens nach reiflicher Prüfung als nicht berechtigt abgelehnt.

Tja. Mittlerweile wurde die offene Rechnung an das Inkassobüro übergeben – da haben wir uns eh viel Zeit gelassen, nachdem die aus dem Jahr 2007 ist. Der Rechnungsbetrag beläuft sich übrigens auf etwas mehr als 50 Euro – und um diese 50 Euro und ein paar zerquetschte streiten wir seit 2007 mit der werten Dame herum. Wahrscheinlich denkt sich so mancher Leser jetzt “Wenn’s eh nicht so viel ist, storniert den Betrag doch einfach und gut ists”. Grundsätzlich ja. Andererseits sendet das ein Signal aus, welches wir ganz und gar nicht aussenden wollen – nämlich: wenn du uns lang genug nervst, bekommst du was du willst. Pädagogisch nicht gerade wertvoll.

Wie auch immer – diese Woche, als ein erneutes Schreiben der Dame einlangte (wie immer lag mein letztes Schreiben dabei – daraus schließe ich, dass sie diese nicht anerkennt oder es sie sowieso nicht interessiert), klagte ich meinem Chef mein Leid. Immerhin habe ich schon Stunden meines Lebens an diese unmögliche Person verschwendet, bestimmt einige Jahre Lebenszeit eingebüßt und der vorzeitigen Ergrauung meines Haupthaars einen schönen Weg geebnet. Und mein Chef – gelobt und gepriesen sei er – gab mir die ultimative Erlaubnis: ich durfte ihr einen sogenannten Endbrief schreiben. In dem steht sinngemäß “Wir haben uns jetzt oft genug mit dir beschäftigt, und wenn du nochmal zu diesem Thema nervst, bekommst du keine Antwort mehr.” Natürlich höflicher. Aber trotzdem – Hard Rock Hallelujah!

Hoffentlich lernt sie daraus eines – durch 100maliges Wiederholen wird eine falsche Aussage auch nicht richtig. Und wenn man im Unrecht ist, ist das nunmal so, und irgendwann sollte man es auch einsehen und Ruhe geben, anstatt arme Mitarbeiter zu terrorisieren.

Schade nur, dass ich nicht dabei sein konnte, als sie den Brief mit dem netten Satz gelesen hat. Ich hätt zu gern ihr Gesicht gesehen. Und wenn sie wieder was schreibt – ab in die Rundablage damit. Auf dieses herrliche, befreiende Gefühl freue ich mich schon. :)

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